Um im Einklang zu sein, müssen wir in drei Bereichen – körperlich, geistig und emotional – im Gleichgewicht sein. Alle drei Aspekte unserer Natur müssen zusammenwirken, damit die menschliche Persönlichkeit Einheit findet. Ist ein Bereich unterentwickelt, hat dies schwerwiegende Folgen. Es kann die gesamte Persönlichkeit beeinträchtigen. Unsere emotionale Seite wird dabei oft vernachlässigt.
Jedes Kind erlebt im Leben auch unglückliche Momente. Enttäuschung und Schmerz sind ein gemeinsamer Nenner des Menschseins. Wir alle ziehen daraus den Schluss: „Wenn ich nichts fühle, bin ich nicht unglücklich.“ Das ist einer der grundlegendsten Irrtümer, die Menschen über das Leben ziehen.
Wir vergraben unsere Gefühle tief in unserem Bewusstsein, wo sie feststecken, destruktiv und unzulänglich wirken, obwohl wir längst vergessen haben, dass wir sie überhaupt verdrängt haben… Doch wenn wir diese Erfahrungen nicht zulassen und verarbeiten, stagnieren sie und erzeugen eine dumpfe Atmosphäre vager Unzufriedenheit, die wir nur schwer benennen können… Wir unterdrücken unsere Gefühle, und damit verschwinden auch unsere Intuition und Kreativität. Von da an schleppen wir uns mit einem Bruchteil unseres Potenzials dahin. Oftmals ist uns der hohe Preis, den wir dafür zahlen, immer noch nicht bewusst…
Wir griffen nach einer falschen Lösung, als wäre es eine Schere – in der Hoffnung, den Schmerz abzuschneiden – und flohen… Diese Abwehrhaltung bewahrt uns nicht davor, die schmerzhaften Gefühle für immer zu spüren – sie verschiebt sie nur… So wird uns das Unglück, dem wir scheinbar entgangen sind, im Laufe des Erwachsenwerdens auf eine andere, indirekte und viel schmerzhaftere Weise treffen. Wir werden den bitteren Schmerz der Isolation und Einsamkeit erleiden… Wir erkennen nicht, wie wir unsere gegenwärtige schmerzhafte Isolation bewusst gewählt haben, indem wir uns auf diese Weise verteidigt haben…
Können wir wirklich lieben, wenn wir uns gegen Schmerz abstumpfen? Ist Liebe nicht in erster Linie ein Gefühl? … Letztendlich können wir nicht beides haben, Liebe empfinden und gleichzeitig nichts fühlen. … Was uns daran hindert, das Negative in uns zu erkennen, blockiert auch die Liebe.
Es gibt nichts in uns, vor dem wir weglaufen müssten… Sobald wir diese erste schmerzhafte Befreiung von dem, was wir all die Jahre in uns getragen haben, durchlebt haben, wird es sich anfühlen, als ob ein Gift aus unserem Körper geflossen wäre… Alte, unerkannte, unreife Emotionen sind wie ein Stöpsel, der echte, positive Gefühle zurückhält…
Wir brauchen unsere Gefühle als Wegweiser – so handeln reife, gut funktionierende Menschen… Mit starken, reifen Emotionen werden wir in der Lage sein, uns selbst zu vertrauen und eine Sicherheit zu finden, die unsere kühnsten Träume übertrifft.
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