Genau wie ein menschlicher Körper kann ein Geist nicht lange von Junkfood leben.

Jeder weiß, dass wir müde, schwach und schließlich krank werden, wenn wir unseren Körper nicht ausreichend ernähren. Genauso verhält es sich mit unserer Seele: Ist sie unterernährt, verfallen wir in alte, überholte Gewohnheiten und finden keinen inneren Frieden.

Wir scheuen uns in der Regel nicht, unser tägliches Brot zu besorgen, auch wenn unsere Essensauswahl manchmal zu wünschen übrig lässt. Doch was die spirituelle Nahrung angeht, so leiden viele Menschen unter Hunger und Vitaminmangel.

Ob wir es merken oder nicht, wir sind voller verborgener Unwahrheiten, dem spirituellen Äquivalent von Süßigkeiten. Genau wie ein menschlicher Körper kann auch ein Geist nicht lange mit solch einem Junkfood auskommen.

Was wir brauchen, ist eine Aufnahme spiritueller Wahrheit.

Und wir brauchen es regelmäßig, nicht nur einmal.

Es ist kein Geheimnis, dass sich unser Körper nicht von selbst ernährt. Wir müssen uns unser Brot verdienen: es kaufen, zubereiten und essen. Spirituell gesehen ist es im Grunde dasselbe.

Wir müssen uns nach reichhaltiger spiritueller Nahrung umsehen und uns bemühen, sie aufzunehmen. Dann verarbeiten wir sie, indem wir darüber nachdenken, sie in unserem Leben anwenden und um Hilfe beten.

Klingt nach zu viel Aufwand? Denken Sie, Ihnen fehlt vielleicht die nötige Willenskraft? Weit gefehlt. Jeder Mensch besitzt Willenskraft, auch wenn wir sie oft nicht optimal einsetzen.

„Ich bin zu müde“ und „Was spielt das schon für eine Rolle?“ sind seelenraubende Einstellungen, die uns in einen freudlosen Strudel aus Depression und Hoffnungslosigkeit führen.

Es kränkt Gott nicht, wenn wir uns keine Mühe geben wollen, aber für unsere weltmüden Seelen ist es von großer Bedeutung.

Der richtige Einsatz unseres Willens

Unsere Aufgabe ist es, unsere Fehler zu erkennen und die Wurzeln unserer unüberlegten emotionalen Reaktionen zu finden. Wir müssen unsere inneren Bedürfnisse entdecken und beginnen, unsere Seele in Ordnung zu bringen.

Ja, das müssen wir alle tun, aber verzweifeln Sie nicht. So zu leben bewahrt uns vor Depressionen. So verwandeln wir unangenehme Ereignisse in Sprungbretter und Misserfolge in Chancen, zu lernen und es besser zu machen.

Nichts im Leben ist per se gut oder schlecht. Die nächste Katastrophe könnte sich als das Beste herausstellen, was uns je passiert ist. Umgekehrt kann uns ein glückliches Ereignis schwächen, wenn wir die darin enthaltene spirituelle Lektion nicht lernen.

Nur durch den richtigen Einsatz unseres Willens haben wir die Macht, unsere Reaktionen zu verändern und in gesunde Bahnen zu lenken. Wenn wir uns in eine Depression verstricken lassen, geben wir dem Schicksal und anderen die Schuld an unserem Leid.

Das entspricht niemals der Wahrheit. Ursache und Lösung für alles, was in unserem Leben geschieht, liegen in uns selbst.

Wir sind nicht Sklaven des Laufs unseres Lebens. Wir sind seine Architekten. Um den Ausweg zu finden, müssen wir uns selbst realistisch betrachten, uns den Herausforderungen stellen und den Mut haben, das Unbequeme auszuhalten.

Wenn wir nicht vor uns selbst weglaufen, können wir Verantwortung für unser Leben übernehmen und um Hilfe bei der Umsetzung von Veränderungen bitten.

Ausrichtung auf die innere Wahrheit

Willenskraft ist kein Segen für einige wenige Auserwählte. Willenskraft entspringt ganz natürlich unserem Höheren Selbst.

Wenn unser Wille mit Gottes Willen für uns im Einklang steht, ist er klar und wahrhaftig. Er leitet uns, unsere eigene Aufgabe zu finden, die sich deutlich von der unseres Sitznachbarn unterscheiden kann. Wir müssen unseren eigenen Weg finden.

Was die Aufgaben betrifft, so haben wir alle eines gemeinsam: Wir müssen uns selbst kennenlernen. Wir können alle damit beginnen und daran arbeiten, die Unwahrheiten in uns aufzudecken. Bedenken Sie, dass Unwahrheiten immer mit schmerzhaften Erfahrungen verbunden sind.

Wenn wir uns darauf konzentrieren, unsere inneren Verzerrungen – jene Bereiche, die nicht der Wahrheit entsprechen – aufzulösen, gelangen wir in Einklang mit unserem Höheren Selbst. Dann handeln wir im Einklang mit dem Höheren Selbst aller anderen und folgen dem Willen Gottes.

Das Beste daran ist: Wenn wir im Einklang mit unserem Höheren Selbst leben, sind wir vollkommen lebendig. Müdigkeit verschwindet und unsere Willenskraft erwacht.

Loslassen und Gott vertrauen

Was braucht es, um im Einklang mit Gottes Willen zu leben? Es erfordert die Bereitschaft, nach dem zu suchen, was uns von Gott trennt. Dabei gibt es keine großen oder kleinen Dinge. Alles zählt.

Jedes Mal, wenn wir unseren eigenen Willen dem größeren Wohl des göttlichen Willens unterordnen, erkennen wir, dass das, was wir aufgeben, in Wirklichkeit eine Last ist. Alles, was zwischen uns und Gott steht, kann nur eine Last sein.

Hier liegt der eigentliche Haken: Das Problem ist nicht, dass wir Gottes Willen für uns nicht kennen. Sondern dass wir ihn kennen. Und trotzdem zweifeln wir daran, dass er uns gefallen wird.

Wir klammern uns meist an alles, was uns ein wenig Freude bereitet, selbst wenn wir genau wissen, dass es nicht zu unserem Besten ist. Ganz einfach: Wir glauben nicht, dass Gott unser höchstes Wohl im Sinn hat.

Die einzige Möglichkeit, die Wahrheit herauszufinden, ist, es auszuprobieren. Wir müssen dem Ganzen eine faire Chance geben. Dann werden der Frieden und die Freude, die uns durchfluten, Balsam für unsere gequälten Seelen sein.

Nur so können wir die Zuversicht gewinnen, es immer wieder zu tun und uns so nach und nach dem Willen Gottes anzunähern.

Auf diese Weise können wir lernen, Gott zu vertrauen. Auf diese Weise können wir uns von dem ernähren lassen, was Gott bereit und willens ist, uns zu geben: eine direkte Verbindung mit der Wahrheit.

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Adaptiert aus dem Original-Pathwork® - Leitfaden, Lektion 16: Spirituelle Nahrung – Willenskraft